Studie: Künstliche Süßstoffe können Übergewicht und Diabetes fördern!

Schon meine Mutter hatte mich als Kind vor künstlichen Süßstoffen, wie Aspartam gewarnt: Diese würden zwar eingesetzt, um zu verhindern, dass man einige Pfunde zusätzlich auf die Waage legt, bewirken würden sie aber genau das Gegenteil. In gutem Glauben, hatte ich damals und bis heute diesen Ratschlag befolgt, ohne genau zu verstehen, weshalb dies so ist.

Umso mehr ist es eindrücklich, wenn dann die Wissenschaft neue Erkenntnisse über diese Zusammenhänge zu Tage fördert. Das renommierte Wissenschaftsjournal NATURE publizierte im 2014 eine Studie mit dem Titel: Künstliche Süßstoffe verursachen eine Glukoseintoleranz durch Veränderung der Darmflora (Original: „Artificial Sweeteners Induce Glucose Intolerance by Altering The Gut Microbiota“).

Die Wissenschaflter am Weizmann Institute of Science in Israel untersuchten den Einfluss von Sucralose, Saccharin und Aspartam und fanden heraus, dass diese künstlichen Süßstoffe mitverantwortlich für die starke Zunahme von Diabetes und Übergewicht sein könnten. Paradoxerweise scheinen sie im Körper genau die Bedingungen zu begünstigen, die man zu verhindern sucht, nämlich eine Glukose-Intoleranz, die Vorstufe von Diabetes.

Hierbei ist der Ansatz interessant, den die Forscher verfolgten: sie untersuchten nämlich die Darmflora von Mäusen und fanden heraus, dass die Süßstoffe die Flora im Darm veränderten. Dies ist an und für sich nichts Aussergewöhnliches, denn die Bakterien in unserem Verdauungssystem reagieren auf alles, was wir zu uns nehmen, auch auf Xylit.

Gemäss den Wissenschaftlern war es die Zusammensetzung der Mikroorganismen, welche zu einem veränderten Glukosestoffwechsel führte. Unter dem Einfluss der künstlichen Süßstoffe, stieg der Glukoselevel nach der Nahrungsaufnahme höher an und sank langsamer ab, als er es normalerweise tut.

Um die überschüssige Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren wird mehr Insulin produziert. Insulin selbst führt aber auch zu einer erhöhten Fettproduktion und -einlagerung, was wiederum eine Gewichtszunahme begünstigt.

Sucralose, Saccharin oder Aspartam wurden von den Wissenschaftlern ins Trinkwasser der Mäuse gemischt. Die Reaktion wurde mit einer Gruppe verglichen, die entweder reines Wasser, Glukose- oder Saccharose-Wasser erhielten. Nach einer Woche zeigte diese Kontrollgruppe wenig Veränderung in der Darmflora, die Gruppe mit den künstlichen Süßstoffen hingegen entwickelte eine Glukose-Intoleranz.

Als die Wissenschaftler die Mäuse mit Antibiotika behandelten, verschwand die Glukose-Intoleranz wieder. Um ihre Hypothese weiter zu bekräftigen, dass die Veränderung im Glukose-Stoffwechsel durch eine Veränderung der Bakterienkolonien im Darm hervorgeruft wurde, führten sie einige Vergleichsversuche durch:

So wurde von den Mäusen, die Saccharin-Wasser tranken, Darmbakterien genommen und auf Mäuse übertragen, welche zuvor nie Saccharin erhielten. Auch diese Mäuse entwickelten eine Glukose-Intoleranz. Eine Untersuchung der DNA Sequenz zeigte, dass das Saccharin die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert hatte.

Diese Ergebnisse schienen sich mit einer Studie zu decken, welche dieselben Forscher an 381 Patienten durchführten, um die Auswirkung der Ernährung auf die Darmflora von Personen zu untersuchen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Es zeigte sich auch dort eine Korrelation zwischen dem Verzehr von Süßstoffen und einer Glukose-Intoleranz.

Daraufhin untersuchten die Wissenschaftler sieben Personen, welche normalerweise keine künstlichen Süßstoffe einnehmen. Während sechs Tagen nahmen diese die maximale Menge Saccharin ein, welche von der Amerikanischen Nahrungsmittel Zulassungsbehörde (US FDA – United States Food and Drug Administration) als sicher eingestuft wird. Vier von den sieben Teilnehmern entwickelten dieselbe Störung im Blutzuckergleichgewicht wie auch die untersuchten Mäuse.

Als dann Darmbakterien der menschlichen Testpersonen in den Darm von Mäusen injiziert wurden, entwickelten auch die Mäuse dieselbe zuvor beobachtete Glukose-Intoleranz. Dies liess die Schlussfolgerung zu, dass der Effekt von künstlichen Süßstoffen in Mäusen auch auf Menschen übertragen werden kann und umgekehrt.

Die Wissenschaftler stehen nun vor der Frage, weshalb diese Süßstoffe die Bakterien im Darm derart beeinflussen und weshalb die drei unterschiedlichen Süßstoffe Saccharin, Aspartam und Sucralose ähnliche Effekte im Glukose-Stoffwechsel hervorrufen.

So oder so fordern die Forscher eine Neueinschätzung des weiten Einsatzes von kalorienfreien künstlichen Süßstoffen.

Beim Einsatz von Xylit als Zuckerersatz ist es anders. Xylit ist einerseits nicht kalorienfrei und es ist auch nicht künstlich. Xylit wird zum Teil in Glukose umgewandelt, der Rest als kurzkettige Fettsäuren ausgeschieden. Das heisst, Xylit liefert dem Körper Energie, in dem Mass, wie es benötigt wird.

Xylit wird in der Diabetiker-Ernährung seit Jahrzehnten eingesetzt, weil es niederglykämisch (GI 7) verstoffwechselt wird. Es wird deshalb auch als langsamer Zucker bezeichnet, da es zu keinen grossen Blutzuckerschwankungen durch die Einnahme von Xylit kommt.

Tatsächlich gibt es Studien, die nahe legen, dass Xylit sogar eine ausgleichende Funktion bei der Aufnahme von Glukose aus der Nahrung übernehmen und somit präventiv vor Diabetes und Übergewicht schützen könnte.

 

Hinweis: Alle Xylosan Produkte sind garantiert frei von jeglichen künstlichen Süßstoffen wie Aspartam, Sucralose oder Saccharin, die oft in anderen Produkten enthalten sind, die mit Xylit beworben werden!

 

Quellen:

Suez, J. et al. (2014). Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. Nature 514, p. 181-186.

www.nature.com/nature/journal/v514/n7521/full/nature13793.html

 

1 Comment

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    Angela Buhri

    Reply Reply 25. Februar 2015

    Danke für diesen interessanten Artikel.

    Was ich an der ganzen Süssstoffgeschichte auch interessant finde, ist die Tatsache, dass man Mastschweinen künstliche Süssstoffe gibt, damit sie mehr Hunger kriegen und dadurch schneller fett und schlachtreif werden. Da stellt sich einem schon die Frage, ob wir auch als Mastschweine angesehen werden.

    Ich freue mich auf weitere Artikel.

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